
Ein Hoch auf das "Manchmal" – Warum Ungewissheit im Alter kostbar wird
- Uta Lewien-Schmidt
- vor 3 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 1 Tag
Es ist Abend. Draußen ist es dunkel, drinnen still. In solchen Momenten, wenn der Fernseher aus bleibt und das Buch noch auf dem Tisch liegt, fängt man an zu denken. Heute blieb ich an einem Wort hängen. Einem Wort, das uns Babyboomer vielleicht mehr begleitet, als wir zugeben: "Manchmal".
Als wir jung waren, in den wilden 70ern oder den karriereorientierten 80ern, wollten wir oft das "Immer". Wir wollten Sicherheit, wir wollten, dass die Liebe ewig hält, der Job sicher ist und das Haus für immer steht. Wir bauten an der Beständigkeit.
Doch jetzt, wo wir zurückblicken und gleichzeitig nach vorne schauen, merken wir: Das Leben hält sich nicht an das "Immer".
"Manchmal" ist das Fazit unserer Erfahrung
Wenn ein Satz mit "Manchmal..." beginnt, steckt darin oft ein ganzes Leben an Erfahrung.
"Manchmal läuft es anders als geplant..." – das sagen wir heute mit einem Schmunzeln, weil wir wissen, dass wir es trotzdem gemeistert haben.
"Manchmal tut es weh..." – das wissen wir, und wir wissen auch, dass der Schmerz wieder vergeht.
Für unsere Generation ist dieses Wort kein Ausdruck von Unsicherheit mehr, sondern von Gelassenheit. Wir haben gelernt, dass das Leben in Wellen kommt. Wir wissen, dass auf Regen Sonne folgt, nicht weil es im Kalender steht, sondern weil wir es oft genug erlebt haben.
Die Dankbarkeit im Unperfekten
Ist das Wort "Manchmal" positiv oder negativ?
Ich glaube, für uns ist es zutiefst positiv. Es ist der Schlüssel zur echten Dankbarkeit.
Wenn man jünger ist, nimmt man Gesundheit oder Zeit oft als selbstverständlich hin. Heute, mit all den Jahren auf dem Buckel, wissen wir den Wert der Ausnahme zu schätzen.
"Manchmal" bin ich einfach nur glücklich, hier zu sitzen. Ohne großen Anlass.
Dieses kleine Wort befreit uns von dem Druck, dass jeden Tag die Sonne scheinen muss. Es erlaubt uns, den Moment genau so zu nehmen, wie er ist.
Ein echtes "Lebens-Mittel"
In diesem Blog geht es darum, was uns bewegt. Und mich bewegt die Erkenntnis, dass wir Babyboomer die Meister des "Manchmal" sind. Wir müssen niemandem mehr etwas beweisen. Wir müssen nicht mehr "immer" perfekt funktionieren.
Wir dürfen "manchmal" müde sein. Wir dürfen "manchmal" albern sein wie Teenager. Und wir dürfen "manchmal" einfach nur dankbar in die Stille des Abends lauschen.
Vielleicht ist das die späte Freiheit unserer Generation: Frieden zu schließen mit der Tatsache, dass das Glück ein flüchtiger Vogel ist – und sich genau deshalb so sehr zu freuen, wenn er sich auf unsere Fensterbank setzt.
Kennst Du diese stillen Abendgedanken? Ich würde mich freuen, von Deinem persönlichen "Manchmal" zu hören. Was ist der kleine, unperfekte Moment, der Dich in letzter Zeit überraschend glücklich gemacht hat? Teile ihn gerne unten in den Kommentaren – lasse uns die kleinen Augenblicke sammeln.
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Foto:Adobe Stock lizensiert #185024122




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